Skip to content. | Skip to navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

 
Sections
Artikelaktionen

3. Internationale Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung

Emanzipation und Stadtentwicklung -

Eine programmatische und methodische Herausforderung

24. – 26. Juni 2015

Soziale Arbeit ist in den letzten Jahren zu einer zunehmend wichtigen Akteurin in der Quartier- und Stadtentwicklung geworden. Dies hängt zum einen mit den eigenen Professionalisierungsbemühungen in diesem Handlungsfeld zusammen, zum anderen aber auch mit einem stetigen Paradigmenwechsel bei den Akteuren der klassischen Stadtplanung: Diese beginnen, die "weichen" Faktoren und damit die Menschen in ihren lebensweltlichen Bezügen stärker zu berücksichtigen und partizipative Elemente in die Planungsprozesse einzubauen.

Die partizipative Wende im expertokratischen Planungsverständnis hat zur Folge, dass
sich Stadtentwicklung mit neuen Adjektiven wie «sozial», «nachhaltig» oder «integral»
umschreibt; hiermit soll zum Ausdruck kommen, dass Entwicklungs-, Gestaltungs- und
Entscheidungsebenen erweiterbar oder sogar verschiebbar sind. Zunehmend wird Stadtentwicklung nicht mehr alleine von Planungsverfahren und -instrumenten wie Richt- und Nutzungsplänen dominiert, sondern es werden auch die kleineren Formationen – Stadtbewohnerinnen und soziale Gruppen – als Impulsgebende und Entwicklungsträger von Stadtprozessen erkannt.
In der Folge gelingt es Grassroots-Bewegungen und Aktivistinnen, ihre Ideen und Visionen
auf die Agenda von Stadtentwicklung zu setzen. Oft geschieht dies dadurch, dass sie
durch eine gelebte Praxis neue urbane Orte schaffen, indem sie zum Beispiel leerstehende
oder kaum genutzte Stadträume und Brachen selbst kultivieren. Unterstützt durch Professionelle der Sozialen Arbeit finden Stadtbewohner so im aktuellen Kontext Möglichkeiten, ihre Ideen und Bedürfnisse im Hinblick auf Quartierentwicklungen zu artikulieren – und durch technologische Entwicklungen drücken sich diese auch vermehrt im virtuellen Raum aus. Es scheint, dass dadurch das demokratisch-politische Bewusstsein, die eigene Umwelt mitgestalten zu können, wächst.
Das Potenzial dieser Entwicklungen by the people haben Politik und Verwaltung erkannt
und fördern diese in Programmen und Projekten. Es gehört zu den umstrittensten Fragen
aktueller Stadtentwicklungspolitik, wie stark dabei das emanzipatorische Potenzial der
Stadtbevölkerung im Vordergrund steht oder ob Politik und Verwaltung dieses vor allem
dazu nutzen, die eigenen Visionen lokal abzusichern. Hieraus resultieren auch Widersprüche einer Sozialen Arbeit, die sich vermittelnd, parteilich oder emanzipatorisch versteht.

Navigation